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Nattyflo - Wochenend EP / Rootdown Rec. / DE / 2002



Author: killaswitch
Publishing date: 21.03.2002 00:00


German singjay Nattyflo coming up with his debut EP. A great piece of neo-roots music with German lyrics. Review in German only, sorry.
Nattyflo - Wochenend / Rootdown Rec. / DE / 2002
Nattyflo - Wochenend / Rootdown Rec. / DE / 2002
Na endlich ! Deutschlands Reggae-Hoffnung Nattyflo beglückt die deutsche Massive mit einer EP. Nach diversen 7? Releases und Compilation-Beiträgen wurde es auch Zeit... Entstanden ist eine warmherzige 5-Track-Platte, bei der Nattyflo?s Konzept deutlich zu Tage kommt: authentisch-jamaikanische Musik zu authentisch-deutschen Texten. Nattyflo singt nicht von Rasta, Repatriation und brennendem Feuer und begibt sich somit nicht in Gefahr, als deutsche Bobo Carbon-Copy in Verruf zu geraten; nein, Nattyflo singt von Sachen, die auch jeder Deutsche nachfühlen kann ? Liebe, Feiern, Kommerzkritik und natürlich Ganja.
Beim ersten Track geht es um neue Liebe, Neuanfang und Vergangenheitsrückblick, und Nattyflo bringt die Mona-Lisa-Metapher zwar nicht als Erster, dennoch bestimmt sinnvoller und sinniger als andere vor ihm (ich sage nur TOK ? ?Mona Lisa, senorita, put your m*#@af#*#ing hands in di air?). Beim zweiten Tune, dem Titeltrack, ist der Name irgendwie auch Programm... Es ist Wochenend?, man hat Lust sich mit alten Kumpels zu treffen, ?...einfach fortgehn, ein paar Dinge drehn...?. ?...freie Tage sind bei mir nur spärlich...? ? da weiß Nattyflo als Student, Journalist und Musiker, wovon er spricht. Bei Track 3 geht es um Kommerz, Ausschlachtung und Opportunismus ? ?Nix für mich? chattet da Flo und kann als Künstler, der zu seinem Label steht und nicht den Majors hinterherläuft, hinter dem was er sagt stehen. ?Wie Ich Abbrenn?? ist eine Ganja-Hymne, die dem Kraut ein eigenes Ich verleiht ? bestimmt kein absolutes Novum, aber sicherlich eine clevere Idee.

Die Instrumentals stehen den jamaikanischen Vorbildern in nichts nach, im Gegenteil, sie sind qualitativer als die Flut billig produzierter Roots-Riddim-Remakes, die seit geraumer Zeit aus Kingston auf uns zukommt. Die Produzierweise von Multiinstrumentalist Teka ist beachtlich ? die meisten Instrumente werden von ihm selbst einzeln eingespielt und anschließend zum Ganzen zusammengefügt. Dabei schafft Teka, was nur wenige Leute schaffen ? er lässt die Illusion einer richtigen Backing-Band entstehen, und zumindest bei ?Mona Lisa? und ?Wie Ich Abbrenn?? denkt sich jeder, der nicht ins Booklet guckt, eine komplette Band sei da am Werk. Einzig bei ?Nix Für Mich? stört mich diese Vorgehensweise; der Tune hätte das Zeug zu einem Dancehall-Kracher, wären da nicht diese Gitarrenriffs, die den ganzen Flow nur verlangsamen ? hoffentlich hat es Teka nicht verlernt, Digital-Meisterwerke a la ?Racer? zu bauen. Doch alles in allem hat Teka Meisterarbeit geleistet, nicht zuletzt auch mit Hilfe von Dr.Ring Ding, der bei ?Mona Lisa? und ?Wie Ich Abbrenn?? die Posaune bläst; eine schöne Sache, dass der Mann, der sich in letzter Zeit eher erfolglos mit deutschen Lyrics versucht hat, das bringt, was er wirklich kann. Zum Silly Walks Remix von ?Wochenend?? kann ich nur sagen (obwohl ich allgemein den ganzen Hype um ihre Remixe nicht nachvollziehen kann), dass der ?Afrika?-Riddim echt ein gelungenes Ding ist ? bin mal gespannt ob man da nicht bald eine schöne 45-Selection in die Finger bekommt...

Alles in allem eine sehr ausgereifte und mit Liebe gemachte Platte ? big up !

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